SSV: Nach 0:3 noch 3:3



Der SSV Reutlingen zeigte vor 250 Fans auf dem Kunstrasenplatz eine gute Moral, lag nach einer guten Stunde 0:3 hinten und erreichte mit viel Kampf noch ein 3:3, so dass SSV-Trainer Seitz zufrieden war.

Wolfgang Gattiker

Der Platz war sehr schmal, da konnte man kaum ein Flügelspiel aufziehen und die Reutlinger hatten sieben knallharte Einheiten hinter sich, das merkte man dem Team an. SSV-Trainer Roland Seitz dazu: "Da war schon eine große Müdigkeit vorhanden, deshalb auch die vielen ungenauen Zuspiele. Einige Spieler waren nach einer Stunde völlig platt und dennoch haben sie sich aufgebäumt, das war toll. Immerhin ist Waldhof von der Vorbereitung her eine Woche weiter als wir."

Beim SSV begann Neuzugang Marc Hämmerle auf der rechten Seite, links war Meha zu sehen, der aber keinen guten Tag hatte. Von seinen vier Freistößen brachte nur einer Gefahr, der Rest war zu flach angesetzt, verpuffte. Ihm war die Müdigkeit nach seiner Verletzungspause auch anzusehen. Zu Beginn zeigte der SSV bessere Kombinationen und nach Freistoß köpfte Bogdanovic daneben, ehe der ehemalige Reutlinger Daniel Reule aus 14 Metern daneben schoss. Die langen Bälle von hinten - ein Zeichen der Müdigkeit - kamen kaum an, aber in der 39. Minute entschied Bundesligareferee Markus Schmidt auf Elfmeter nach einem Duell Bogdanovic gegen Reule - das war aber keiner. Reule ließ dann Linse keine Chance, Waldhof führte 1:0.

Nach der Pause spielte Makiadi rechts, Hämmerle links, aber der SSV verschlief den Start, die Gastgeber machten Tempo und der SSV geriet stark unter Druck. In der 53. Minute war es Böcher, der alle überlief, Guiseppe Burgio bediente, der dann einschoss. Ein Klassetor. Makarenko, der oft auf die Flügel auswich, vergab eine Chance genau wie Tucci. In der 64. Minute zeigte Waldhof erneut eine tolle Kombination, die Reutlinger wurden förmlich auseinandergenommen und Patrick Haag ließ Linse keine Chance. Oh je, das sah nach Debakel aus, doch im Gegenzug zog Makarenko ab, Torwart Strauch ließ prallen und Tucci staubte ab. In der 73. Minute war es erneut Haag, der Linse zu einer tollen Faustparade zwang. Der Reutlinger Keeper schnauzte seine Vorderleute an: "Mensch, setzt eure Körper ein, geht drauf." Die Jungs hörten dies wohl und mobilisierten die allerletzten Kraftreserven.

So kam der nie aufgebende SSV in der 84.Minute zum 3:2, als Makarenko mit Flachschuss aus zwölf Metern traf. Es kam noch besser: in der 86. Minute segelte eine Flanke herein, Tucci warf sich ins Getümmel, beförderte den Ball per Kopf über die Linie, wurde dabei aber verletzt. Anton Makarenko kommentierte: "Das 3:3 war glücklich, zeigt aber, dass wir eine gute Moral hatten. Nach der Pause kamen wir nie in die Zweikämpfe, hatten wenig Chancen. Das 3:3 ist ein gutes Ergebnis für uns." Roland Seitz diktierte in die Blöcke: "Die sind weiter als wir, wir hatten ja hart trainiert und der Platz war extrem schmal. Wir fanden dann gut ins Spiel, der letzte gute Pass kam nicht immer an, wir verloren nach der Pause den Faden, haben ihn erst später wieder gefunden. Es gab Fehlzuspiele auch aus Müdigkeit, dabei hätten Bogdanovic, Meha und Rill durchaus ein Tor erzielen können. Das ist unser Manko, die Chancenauswertung. Nach dem 0:3 kamen wir zurück."

So spielten sie

Waldhof Mannheim
: Knödler (46. Trauch) - Hartmann, Hock, Bauder, Ginter - Böcher, Pandong, Reith, Jüllich (46. Burgio) - Huckle, Reule (46. Oppermann)

SSV Reutlingen: Linse - Kurth, Bogdanovic (46. Fecker), Härter, Mayer - Hämmerle (59. Bentele), Rill (46. Schreckinger), Waidmann (59. Blessin), Meha (46. Makiadi) - Tucci, Makarenko

Zuschauer: 250

Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)

Tore: 1:0 Reule (Elfmeter, 39.), 2:0 Burgio (53.), 3:0 Haag (64.), 3:1 Tucci ( 65.), 3:2 Makarenko (84.), 3:3 Tucci (86.).

08.02.2010 | Wolfgang Gattiker