Die Geschichte des Kreuzeichestadions
"Weitgestreckt liegt das Spielfeld mit dem leuchtendem Rasen vor der breiten Aschenbahn.‭ ‬Von hier bietet sich ein herrliches Panorama auf unsere heimatlichen Berge.‭ ‬Frühwahr das ideale Gelände für ein Stadion,‭ ‬eingebettet in das Grün der Wiesen und Wälder umgeben von einer Bergkette mit dem Bild auf den Georgenberg und Achalm und unsere schöne Stadt.‭ ‬Eine Stätte der Freude und Erholung,‭ ‬ein Geschenk an unsere Jugend und die ganze Einwohnerschaft.‭"

So schrieb es‭ ‬1953‭ ‬nach der Eröffnung des Kreuzeichestadions der Reutlinger General Anzeiger und umschreibt nur all zu treffend die Lage und Schönheit des Stadions.‭ ‬Allerdings hat sich seither vieles am Stadion verändert‭! ‬Etliche Umbauten wurden in der Zwischenzeit umgesetzt und darüber soll in diesem Artikel berichtet werden.

1950‭ ‬wurde auf dem Rathaus mit den Planungen einer Sportanlage begonnen.‭ ‬Nachdem das Gelände um die Kreuzeiche feststand,‭ ‬konnte schon ein Jahr später mit den Bauarbeiten begonnen werden.‭ ‬Gebaut wurde zunächst ein Stadion mit einer Tribüne für‭ ‬600‭ ‬Personen sowie Stehränge für rund‭ ‬11.400‭ ‬Zuschauer.‭ ‬Hinzu kam eine Aschenbahn mit‭ ‬5‭ ‬Bahnen.‭ ‬Als Rasen wählte man damals einen holländischen Fertigrasen.‭ ‬Am‭ ‬12.‭ ‬August‭ ‬1953‭ ‬wurde dann das‭ ‬Sportfeld an der Kreuzeiche‭ ‬feierlich mit einem Spiel gegen den damaligen Deutschen Meister‭ ‬1.‭ ‬FC Kaiserslautern eröffnet.‭ ‬Lautern gewann das Spiel mit‭ ‬1:2.‭

Schnell merkte man aber,‭ ‬dass die Tribüne zu klein war und erweiterte‭ ‬1958‭ ‬auf‭ ‬1.300‭ ‬Plätze.‭ ‬Auch bei den Stehplätzen wurde noch etwas erweitert.‭ ‬So konnten nach Abschluss dieser Arbeiten rund‭ ‬20.000‭ ‬Zuschauer das Stadion bevölkern.‭ ‬Die Kosten für den ersten Stadionbau beliefen sich damals auf‭ ‬1.657.615‭ ‬DM.

Lange geschah dann nichts Bauliches rund um das Kreuzeichestadion.‭ ‬Erst‭ ‬1975‭ ‬sollte die Stadt wieder tätig werden.‭ ‬Allerdings nicht im großen Stil,‭ ‬lediglich ein Schutzzaun musste aufgrund einer DFB-Auflage errichtet werden.‭ ‬Weitere Umbauarbeiten folgten dann‭ ‬1988,‭ ‬diese sollten zwei Jahre andauern und nicht ohne Panne bleiben.‭ ‬Im Mai‭ ‬1989‭ ‬war im GEA von einem‭ „‬Pfusch am Bau des Stadion Kreuzeiche‭“ ‬zu lesen.‭ ‬Grund hierfür war die geringe Sichthöhe der Stehränge.‭ ‬Wurde damals noch zugesagt die Stufen zu erhöhen,‭ ‬war es dann ein Planungsfehler,‭ ‬der dafür sorgte,‭ ‬dass die Stehstufen schlichtweg falsch eingebaut wurden.‭ ‬Leider wurde dieser Fehler erst kurz vor Abschluss der Arbeiten entdeckt und konnte somit nicht mehr beseitigt werden.‭ ‬Kosten damals‭ ‬1,8‭ ‬Mio.‭ ‬DM.‭

Während der Zeit des Umbaus musste die Mannschaft des SSV für die Austragung ihrer Spiele auf den Nebenplatz des Stadions ausweichen.‭ ‬Dort errichtete man eine überdachte Tribüne und Stahlrohrtribünen,‭ ‬welche insgesamt rund‭ ‬6.000‭ ‬Zuschauern Platz boten,‭ ‬sowie Kassen und eine Umzäunung des Geländes.‭

Der Aufstieg des SSV in die‭ ‬2.‭ ‬Fußball Bundesliga im Jahr‭ ‬2000‭ ‬war mit weiteren Auflagen seitens des DFB verbunden.‭ ‬Diese waren die Erichtung eines Flutlichtes,‭ ‬Wellenbrecher sowie eine Rasenheizung.‭ ‬Damit aber nicht genug.‭ ‬Der DFB forderte eine‭ ‬2.‭ ‬Liga taugliche Tribüne.‭ ‬Eifrig machte man sich also bei der Stadt ans Werk und konnte schon bald den Siegerentwurf des Architekturbüros Hotz aus Freiburg präsentieren.‭ ‬30.000.000‭ ‬DM‭ ‬sollte das Schmuckkästchen kosten.‭

Am‭ ‬23.‭ ‬Januar‭ ‬2002‭ ‬war dann Baubeginn mit dem symbolischen Spatenstich.‭ ‬Leider war der Bau der neuen Haupttribüne überschattet vom Lizenzentzug des SSV Reutlingen,‭ ‬was beinahe einen Baustop zur Folge hatte,‭ ‬allerdings wurde das Projekt dann doch umgesetzt.‭ ‬5.200‭ ‬Zuschauer fasst die neue Tribüne.‭ ‬Im Inneren ist sie modern ausgestattet mit Räumen für Rotes Kreuz,‭ ‬Schiedsrichter oder einer kleinen Turnhalle.‭ ‬In der Umkleidekabine der Heimmannschaft findet sich eine Sauna,‭ ‬sowie ein Entmündungsbecken.‭ ‬Desweiteren wurde ein kleines Gefängnis für Randalierer und ein großer Raum für Pressekonferenzen nach dem Spiel mit integriert.‭ ‬Mit einem Eröffnungsspiel am‭ ‬13.‭ ‬Januar‭ ‬2003‭ ‬gegen Bayern München‭ (‬3:3‭) ‬konnte die Tribüne feierlich eingeweiht werden.‭ ‬Dies war zugleich auch der bisher letzte Umbau.‭ ‬Ob noch weitere folgen ist fraglich aber nicht ausgeschlossen.

Der Name des Stadions stammt von einem Baum,‭ ‬der einst beim heutigen Freibadparkplatz stand,‭ ‬aber eigentlich eine Esche war.
[Jochen Heid]